Mit ihrer Lyrik, in der sie Charme und Humor mit politischer Schärfe verband, avancierte Mascha Kaléko, geboren am 7. Juni 1907, als Golda Malka Aufen in Galizien (damals Österreich-Ungarn, heute Polen) zu einer schillernden Figur im Berlin der Weimarer Republik. 1914 siedelte sie mit Mutter und Schwester nach Deutschland: über Frankfurt und Marburg landete sie 1918 in Berlin. 1925 begann sie eine Bürolehre im Arbeiterfürsorgeamt der jüdischen Organisationen Deutschlands. Nebenher besuchte sie Abendkurse in Philosophie und Psychologie an verschiedenen Universitäten. 1928 heiratete sie den knapp zehn Jahre älteren Hebräischlehrer Saul Aaron Kaléko. Sie kam mit der künstlerischen Avantgarde Berlins in Kontakt, die sich im Romanischen Café in Charlottenburg traf und lernte Else Lasker-Schüler und Joachim Ringelnatz kennen. 1933 erschien als zweites Buch das Lyrische Stenogrammheft – im Jahr 1934 folgte Das kleine Lesebuch für Große. 1936 wurde ihr Sohn Eviatar Alexander Michael (im Exil Steven) geboren. Der Vater war ihr zweiter Ehemann, der polnische Dirigent Chemjo Vinaver. Sie behielt den Namen Kaléko als Künstlernamen bei. Später wurde sie wegen ihrer jüdischen Wurzeln von den Nazis verfolgt und führte ein Leben auf der Flucht, voller Sehnsucht und Verlust.
Das Lyrische Stenogrammheft wurde nach dem Krieg 1956 erneut von Rowohlt erfolgreich verlegt – wie auch die Verse für Zeitgenossen; beide Werke kamen auf die Bestsellerlisten. So wagte Kaléko es, für einen Besuch nach Westdeutschland zurückzukehren. Mit ihrem Mann wanderte sie dann aber nach Jerusalem aus. Dort litt sie sehr unter der sprachlichen und kulturellen Isolation und lebte enttäuscht und einsam. Im Herbst 1974 besuchte sie letztmals Berlin und starb auf dem Rückweg nach Jerusalem am 21. Januar 1975 in Zürich.
r(h)ein-kultur-welt (rkw) und die Kirchengemeinde an Issel und Rhein veranstalten diesen Abend wieder gemeinsam. Karten zum Preis von 18 Euro (Schüler und Studenten zahlen fünf Euro) gibt es im Vorverkauf an den u.g. Vorverkaufsstellen (außer Kammer), im Gemeindehaus der ev. Christuskirche Wesel-Flüren (0281 – 70351) und bei eventim.de – eventuelle Restkarten an der Abendkasse.
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